Getreide

Weizen ist das wichtigste Brotgetreide – und Schweizer Bioweizen ist nach wie vor gesucht. Seit einigen Jahren wird von Seiten der Verarbeiter verstärkt der Backqualität, resp. dem Proteingehalt des Weizens Beachtung geschenkt, was in der «Qualitätsbezahlung» Ausdruck findet. Die Anforderungen an die Qualität nehmen mit dem steigenden Inlandanteil zu. Für einen erfolgreichen Weizen-Anbau entscheidend sind daher die Wahl von Standorten mit guter Nährstoff- und Wasserversorgung, eine bevorzugte Stellung in der Fruchtfolge und die Sortenwahl.

Biofarm übernimmt Mahl- als auch Flockenweizen. Bei letzterem spielt die Backqualität keine Rolle, er muss aber ein gutes Hektolitergewicht aufweisen und wenig Bruch ist auch wichtig. Darum sind ausgewählte Futterweizensorten für diese beschränkte Produktion auf Knospe-Betrieben empfohlen. Der tiefere Preis, der zwischen Futter- und Mahlweizen liegt, kann mit einem höheren Ertrag kompensiert werden.

Unsere ProduzentInnen

Hansjörg Abt

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Dinkelbrote erfreuen sich grosser Beliebtheit, entsprechend ist er gesucht. Biofarm vermarktet alle Dinkelsorten, die auf der für den Bioanbau empfohlenen Liste aufgeführt sind, also «Urdinkel»-Sorten wie auch die Sorten der Bio-Getreidezüchtung Peter Kunz (GZPK). Die GZPK-Sorten überzeugen durch die gute Krankheitsresistenz, Standfestigkeit und stabile, gute Erträge. Darum setzt sich Biofarm für deren Vermarktung ein. GZPK achtet übrigens in der Zucht auch auf gute Backqualität und Verträglichkeit des Dinkels.

Dinkel ist genügsamer und robuster als der nah verwandte Weizen. Er ist deshalb eine gute Alternative zu Weizen in Grenzlagen, als auch für nährstoffarme Betriebe im Ackerbaugebiet. Das hoch wachsende Getreide ist mit seiner guten Unkrautunterdrückung ideal für den Biolandbau. Da die Körner gut in Fesen verpackt sind, ist er wenig anfällig auf Ährenkrankheiten. Dinkel wird Ende Oktober bis Mitte November gesät; sogar eine Saat im Dezember ist möglich. Eine Güllegabe im Frühjahr reicht. Je nach Bodenreserven oder Sorte ist sogar diese nicht nötig. Gerade bei hohem Druck von Ungräsern, sind sein hoher Wuchs und seine Spätsaatverträglichkeit von Vorteil.

Unsere ProduzentInnen

Markus Baumgartner

Markus Schwegler

Dieses robuste, sehr hoch wachsende Getreide wächst bis in hohe Lagen. Geeignet sind leichte bis mittelschwere Böden mit neutralem bis saurem pH. Empfindlich ist er vor allem auf Staunässe. Im Gegensatz zu Weizen, Dinkel oder Gerste ist Roggen ein Fremdbestäuber. Er braucht darum gutes Wetter zur Blüte. Gesät wird er von Ende September bis Mitte Oktober. Roggen begnügt sich mit wenig Nährstoffen. Eine leichte Güllegabe – wenn überhaupt – im Frühjahr genügt. In der Fruchtfolge kann Roggen gut als zweites Getreide angebaut werden. Roggen neigt eher zu Auswuchs und ist darum zeitig zu ernten. Aufgrund seiner Eigenschaften empfiehlt sich der Anbau in sommertrockenen Gegenden. Extensive, trockene und für Weizen weniger geeignete Standorte sind aber oft noch tauglich für Roggen.

Leider essen Schweizer KonsumentInnen vergleichsweise wenig Brot von diesem gut für den Bioanbau geeigneten Getreide. Entsprechend beschränkt ist die für die Produktion nötige Anbaufläche.

Unsere ProduzentInnen

Hanspeter Marbot

Gerhard Richard

Seit Ende der 1990er-Jahre übernimmt Biofarm den Schweizer Bio Knospe-Hafer für den Verkauf als Flocken, in Müeslis und als ganze Kerne im Fachhandel. Lange Zeit galt es nicht als selbstverständlich, dass Hafer auch in der Schweiz zu Speisezwecken angebaut werden kann. Mittlerweile ist die Nachfrage, auch wegen des Aufkommens von Hafermilch, am Boomen. Mit seinen vielen wertvollen Inhaltsstoffen ist Hafer vielleicht das wertvollste einheimische Getreide für die menschliche Ernährung – er wird auch als «Superfood» bezeichnet.

Hafer gilt, da er die Fruchtfolgekrankheiten von Weizen und Gerste nicht überträgt, als Gesundungsfrucht in der Fruchtfolge. Er ist genügsam, gedeiht auch bei feuchtem Wetter und unterdrückt das Unkraut gut. Erfahrungsgemäss wird beim Anbau von Winterhafer das erforderliche Hektolitergewicht von mindestens 50 kg bei Anlieferung, resp. 54 kg nach 2. Reinigung eher besser erreicht und die Erträge sind meist höher. Winterhafer wird ab Mitte September gesät, Sommerhafer sollte im März in den Boden. Im Gegensatz zu Weizen liefert er auch ohne intensive Düngung gute Erträge und eignet sich so für nährstoffarme Betriebe. Bei zu viel Stickstoff oder zu dichter Saat besteht Gefahr von Lagerung, was sowohl die Erntemenge also auch das Hektolitergewicht negativ beeinflussen kann.

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Unsere ProduzentInnen

Bertrand Wüthrich

Martin Jost

Die lange Zeit vergessene Rispenhirse wurde vor knapp 20 Jahren von Biofarm, Agroscope und der HAFL auf Schweizer Bioäckern wiedereingeführt. Dies auch dank russischer Züchter, deren Sorten verwendet und in der Schweiz vermehrt werden.

Die C4-Pflanze ist wärmeliebend und erträgt bestens sommertrockene Phasen. Die Saat erfolgt ab Mitte Mai bis Ende Juni in gut aufgewärmte Böden. Bei kühler Witterung ist die Hirse gegenüber dem Unkraut weniger konkurrenzfähig. Wichtig ist ein feines Saatbett in einen unverdichteten Boden. Eine Unkrautkur vor der Saat ist je nach Unkrautdruck empfehlenswert. Stiegeln kann die feinen, hoch angesetzten Würzelchen der Hirse schädigen.

Der Anbau nach Umbruch einer Kunstwiese macht Sinn. Denn dank der kurzen Vegetationszeit der Hirse von weniger als 100 Tagen sind ein oder gar zwei Schnitte vorher möglich. Nach Kunstwiese ist kaum noch eine zusätzliche Düngung nötig, Hirse ist deutlich genügsamer als Mais.

Hirse enthält viel Kieselsäure und Vitamine, ist von Natur aus glutenfrei und eines der gesündesten Getreide überhaupt. Nebst im Biofachhandel ist die Schweizer Bio-Hirse heute auch in den Grossverteilern etabliert. Der Konsum der Hirseprodukte bei den Schweizer KonsumentInnen ist leider beschränkt, was den Ausbau der Kulturfläche begrenzt.

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Hartweizen oder Durum ist ein kurzstrohiges Getreide, das traditionell in südlichen, eher trockeneren Regionen angebaut wird. Durum hat einen intensiven Geschmack und das Mehl eine gelbliche Farbe. Seine glasigen Körner werden primär für die Herstellung der traditionellen italienischen Pasta verwendet. Anders als es der Name vermuten lässt, ist der wärmeliebende Hartweizen näher mit dem Emmer als mit unserem Brot- oder Weichweizen verwandt. Im Gegensatz zum Emmer ist er jedoch wie unser Brotweizen nacktdreschend und muss nicht erst geschält werden.

Dank der neueren, winterharten Sorten und dem Klimawandel, lässt er sich auch bei uns immer besser anbauen. Durum braucht eine gute Nährstoffversorgung und sollte wegen seiner Anfälligkeit auf Fusarien, nicht nach Körnermais angebaut werden. Vor allem Niederschläge während der Abreife beeinträchtigen die Qualität.

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Unsere ProduzentInnen

Quentin Ducommun

Der Anbau von Gerste für die Bierbrauerei hat auch in der Schweiz Tradition. Mit dem Verschwinden einheimischer Mälzereien wurde jedoch auch kaum mehr Braugerste angebaut. Verschiedene Bemühungen u.a. durch die HAFL, die IG-Mittelland Malz, Gran Alpin und Initiativen in der Romandie, ermöglichen die Wiederbelebung des einheimischen Braugerstenanbaus.

Nachdem in der Westschweiz in den letzten Jahren erste Kleinmälzereien entstanden sind, werden nun auch solche in der Deutschschweiz eingerichtet. Biofarm führt mit Partnern in der Ostschweiz Sortenversuche unter Biobedingungen durch, um den Anbau von einheimischer Biobraugerste zu fördern.

Für den Anbau von Braugerste werden meist zweizeilige Sommergerstensorten verwendet. Wichtige Qualitätskritierien sind dabei u.a. ein hoher Vollgerstenanteil (Sortierung über ein 2.5mm Langsieb) und ein tiefer Proteingehalt zwischen 9.5 bis 11.5%. Der Saatdichte, der gezielten, nicht zu späten Düngung und einer guten Wasserversorgung im Frühjahr kommt dabei eine grosse Bedeutung zu.

Das züchterisch kaum bearbeitete Urgetreide aus der Weizenfamilie mit seinen feinen langen Halmen und der leuchtend hellgrünen Farbe bereichert die Vielfalt unserer Äcker. Gleichzeitig bietet es wichtigen Lebensraum für Rebhuhn und Feldhase sowie seltene Beikräuter. Einkorn bevorzugt magere und eher trockene, warme Standorte. Wie Dinkel muss Einkorn in Röllmühlen entspelzt werden.

Die Saat erfolgt von Oktober bis November. Wenn überhaupt, soll Einkorn nur zurückhaltend gedüngt werden, da die dünnen langen Halme schnell lagern. Dieses extensive Getreide eignet sich für die Anlage von Ackerschonstreifen. Eine allfällige Unkrautbekämpfung erfolgt wie bei anderem Getreide. Typisch ist, dass Einkorn erst spät im Frühling zu Schossen beginnt.

Auch wenn die Popularität von diesem Urgetreide zunimmt, ist Einkorn vor allem in Nischenmärkten gefragt. Einige kleine Mühlen und Bäckereien interessieren sich für dieses vielseitige Getreide. Nebst der Verwendung in Gebäcken, sind auch die ganzen Körner als Kernotto oder in Eintöpfen sehr schmackhaft.

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Unsere ProduzentInnen

Ruedi Widtmann

Emmer kann als Grossvater des Weizens bezeichnet werden. Auch Zweikorn genannt, hat er dickere Ähren und robustere Stängel als Einkorn. Er bevorzugt luftige Standorte mit mittelschweren bis schweren Böden. Für die Verarbeitung muss das bespelzte Getreide in speziellen Mühlen geröllt (entspelzt) werden. Emmer eignet sich, je nach Sorte, als Sommer- oder Wintergetreide. Die Saat von Sommeremmer erfolgt so früh wie möglich bei guten Bedingungen im Frühjahr. Bei zu späten Saaten kann die Halmfliege Schaden anrichten. Die extensive Kultur verträgt nur wenig Dünger, da sie sonst schnell lagert. Emmer wächst langsam, was das Aufkommen von Unkraut begünstigt.

Trotz der vielseitigen Verwendbarkeit für Kernotto, Mehl oder Pasta ist der Absatz für Emmer begrenzt.

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Unsere ProduzentInnen

Stephan und Marianne Strasser

Ihr Kontakt

Hansueli Brassel

Getreide und Ackerbau-Spezialitäten

Abt. Landw.: +41 62 957 80 60 
Direkt: +41 62 957 80 52

brassel@biofarm.ch


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