Firmengeschichte

Feuer und Flamme für den Biolandbau war den neun Gründern der Biofarm Genossenschaft auf dem Möschberg von den Biopionieren Hans und Maria Müller in die Herzen eingebrannt worden. Die damals mit Abstand schwierigste Herausforderung für die meisten Biobauern war die giftfreie Unkrautbekämpfung im Gemüse- und Ackerbau. Das veranlasste einige Tüftler zum Ausprobieren einer ursprünglich in Dänemark aufgekommenen Idee, dem Unkraut mit Hitze beizukommen. In Zusammenarbeit mit einem Maschinenbauer ging eine erste Serie Abflammgeräte in Produktion. Zu deren Entwicklung und Vertrieb wurde am 8. Mai 1972 im «Kreuz» in Herzogenbuchsee die Biofarm Genossenschaft gegründet. Nun konnte es losgehen! Noch im gleichen Jahr, an einer gut besuchten Maschinenvorführung, wurde in Kerzers das erste selbstfahrende Abflammgerät vorgestellt. Kurz nach dem Start fing die Benzinleitung des Antriebs-Einachsers Feuer! Alle rannten in Deckung und schauten von weitem zu, wie die ersten Träume in Flammen aufgingen.

Das Sortiment wurde weiter vergrössert und dabei stellte sich die Frage, ob die Biofarm auch Produkte importieren soll, welche in der Schweiz gar nicht oder nicht in genügender Menge wachsen. Dabei haben wir uns durchaus auch schwer getan mit der Frage, ob es denn Aufgabe einer bäuerlichen Selbsthilfegruppe sein könne, den eigenen Mitgliedern mit Importprodukten Konkurrenz zu machen. Aber wir haben dann rasch eingesehen, dass wir die einheimischen Produkte besser verkaufen können, wenn sie Bestandteil eines grösseren Sortiments sind. Bei der Biofarm hat immer das Schweizer Produkt Vorrang, aber es ist auch anderswo sinnvoll, biologisch zu wirtschaften. Der Jacutinga-Zucker ist dafür ein gutes Beispiel: Zusammen mit Regula und Emilio Baumgartner (einer Auslandschweizerfamilie) und der Bio Suisse haben wir Biorichtlinien für den Zuckerrohranbau entwickelt und importieren Knospe-Vollrohrzucker aus Brasilien in die Schweiz. Dies zeugt ebenso vom Pioniergeist der Biofarm wie Wiederentdeckung, Anbau, Produktentwicklung und Vermarktung von vergessenen Kulturen in der Schweiz wie Raps, Lein oder Senf.

Dieser Rückschlag konnte den Optimismus aber nur kurz bremsen. Inzwischen war ein neuer Impuls an die Biofarm herangetragen worden. Der Konstrukteur einer Haushalt-Getreidemühle bot der Biofarm den Vertrieb seiner Elsässer-Getreidemühle in der Schweiz an. Die Biofarm griff zu, ohne zu ahnen, dass dieser Entscheid für sie wegweisend werden sollte. Viele solcher Mühlen konnten verkauft werden. Und die Familien, die selber mahlen und backen wollten, legten auch Wert auf den biologischen Ursprung des täglichen Brotes. Das wiederum brachte die Biofarm dazu, ihren Kunden Getreidekörner anzubieten, nicht zuletzt in der Überlegung, dass ein guter Absatz für Bioprodukte zögernde Bauern zur Umstellung auf Bio motivieren kann. In Zusammenarbeit mit dem Reformverband (Marke biona) und den überall im Land entstehenden Bioläden wurde nun das Sortiment zügig erweitert und ständig ausgebaut. Etwa ab 1993 wurden die Produkte unter der Marke Biofarm verkauft und der Name damit noch besser bei den Kundinnen und Kunden verankert.

Die Biofarm heute ist in der Schweiz als Marke und als Selbsthilfe-Genossenschaft von Schweizer Biobauern etabliert. Wir fördern den einheimischen Biolandbau auf verschiedensten Ebenen:
 
  • Wenige Jahre nach ihrer Gründung war die Biofarm massgeblich an der Entwicklung und Einführung gesamt schweizerischer Richtlinien für den Biolandbau beteiligt und ist seit 1981 als Gründungsmitglied der VSBLO in der heutigen Bio Suisse aktiv.
  • Auf dem Feld beraten wir unsere Bauern oder wirken mit bei der Erforschung alternativer Methoden zur Unkraut- und Schädlingsregulierung.
  • Beim Verkauf unserer Produkte versuchen wir im Biofachhandel und bei den Grossabnehmern, möglichst vieles als Schweizer Produkt an Frau und Mann zu bringen.
  • Unsere Endkundinnen und -kunden motivieren wir nach Kräften, beispielsweise mit all den feinen Rezepten, welche auf unserer Website zu finden sind.

Viele tausend Frauen und einige Dutzend Männer (immerhin!) haben ab 1975 Koch- und Backkurse der Biofarm besucht, eine Beziehung zur Biofarm bekommen und so mitgeholfen, die junge Firma und ihre Produkte im Land herum bekanntzumachen.

Das erste Domizil bezog die junge Firma auf dem Hof ihres Mitbegründers und ersten Geschäftsführers Werner Scheidegger in Madiswil. Doch bald wurden die Platzverhältnisse dort zu eng.1978 konnte die Biofarm das alte Sekundarschulhaus in Kleindietwil mieten. Die Turnhalle und der Velokeller dienten als Lagerraum, in einem Schulzimmer wurde ein Verkaufslokal eingerichtet.Später konnte die Liegenschaft käuflich erworben werden. Die Turnhalle musste einem Lagerhaus weichen, und die Schulzimmer wurden so gut es ging den heutigen Bedürfnissen an Büroraum angepasst.
Firmengeschichte