Thomas Schwegler und Gisella Iriarte

Chanchamayo | Peru

Hochlandkaffee mit Gewissen und Genuss 

Behutsam und mit Sorgfalt ist ihr Entwicklungsprojekt gereift. Ähnlich wie die Bohnen, die ihr volles Aroma durch langsames Wachstum und schonende Verarbeitung entfalten. Thomas Schwegler und seine Frau Gisella Iriarte begleiten ihr von Biofarm unterstütztes Kaffeeprojekt in Peru „von der Bohne bis zur Tasse“. In Tat und Wahrheit tun sie noch viel mehr. 

Die schweizerisch-peruanische Farm „Tropical Mountains“ liegt zwischen Anden und Amazonasbecken, in der besten Anbauregion von Zentralperu mit subtropischen Bergwäldern. Dort oben, auf 1300 bis 1800 Metern Höhe, im Kaffeeanbaugebiet der Provinz Chanchamayo im Distrikt von Perené, leben und arbeiten Thomas Schwegler und seine Frau Gisella Iriarte mit ihrem lokalen Team. Motiviert von Biofarm, hat der Betrieb 2014 auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Die angebauten Sorten gehören zur Familie des hochwertigen Arabica. „Für die Qualität der Bohnen ist nicht nur die richtige Höhenlage wichtig, sondern auch die richtige Ernte“, weiss Thomas Schwegler. Nur von Hand geerntete und verlesene, nur wirklich reife roten Beeren kommen in die weitere Verarbeitung.

Unternehmertum und Solidarität
Während seine peruanische Frau die Farm leitet, arbeitet Thomas Schwegler immer wieder einige Monate im Jahr in der Heimat. Das Kaffeeprojekt allein ermöglicht es ihnen noch nicht, ganz davon zu leben. Doch Unternehmergeist und Überzeugung überwinden weltweite Distanzen, wenn sich Thomas Schwegler in den Schweizer Voralpen für den Verkauf des peruanischen Hochlandkaffees engagiert. 

Nach dem Studium an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hatte es den jungen Betriebswissenschaftler um die Jahrtausendwende ein erstes Mal nach Lateinamerika gezogen. Sein Interesse für Entwicklungszusammenarbeit und gerechten Handel waren der Antrieb dazu. Nach einem ersten ehrenamtlichen Einsatz in Ecuador war er in die Schweiz zurückgekehrt, um 2005 den südamerikanischen Kontinent erneut anzusteuern: diesmal zur Unterstützung einer Kaffee-Kooperative für eine Schweizer Non-Profit-Organisation in Bolivien. Ein Jahr später baute der Jungunternehmer mit der solidarischen Ader in Peru ein internationales Netzwerk mit Produzenten, Importeuren, Exporteuren und Röstereien auf. Damit verhalf er Kleinbauern zum direkten Kontakt zu ausländischen Käufern und: zu besseren, fairen Preisen.

Umweltbewusstsein bis zur Kapsel
Seine Erfahrungen im internationalen Kaffeegeschäft kamen Thomas Schwegler ebenfalls zugute, als er 2008 seine Frau Gisella kennenlernte. Die beiden kauften Land zum Aufbau einer Plantage der besonderen Art. Sowohl für den Schweizer als auch für die Peruanerin stand von Anfang an fest, dass sie ihre in familiärer Gemeinschaft geführte Kaffeefarm auf Nachhaltigkeit und Transparenz ausrichten wollten: nachhaltig im Umgang mit Natur und Mensch - transparent „von der Bohne bis zur Tasse“, wie Thomas Schwegler betont. Ihr Team erhält faire Arbeitsbedingungen und Löhne, und mit dem Bau einer professionellen Verarbeitungsanlage vor Ort konnten sie auch dank der Unterstützung von Biofarm ein Entwicklungsprojekt einleiten, das durch kürzere Transportwege nicht nur umweltschonend ist, sondern auch die Arbeits- und Lebensqualität der Kleinbauernfamilien in der Region verbessern hilft. Von der Aussaat bis zur Ernte, von der Weiterverarbeitung der Bohnen bis zur Röstung sind sämtliche Arbeitsschritte offengelegt, weil „Tropical Mountains“ diese ohne Zwischenhändler selbst abdecken kann. Thomas Schwegler betont: „Uns geht es nicht darum, möglichst viel aus dem Boden zu holen, denn wir wollen, dass er auch für unsere Nachkommen fruchtbar bleibt.“ Das bedeutet, dass bei „Tropical Mountains“ auch die Kapseln aus nachwachsenden Rohstoffen auf den Markt kommen und biologisch abbaubar sind. „What else?“, fragt charmant der Schauspieler in berühmter Kaffeewerbung. Unsere Antwort: Nicht nur der Kaffee von „Tropical Mountains“, auch die Geschichte dahinter ist wahrhaftig und belebend herzhaft im Geschmack. 


Autorin: Sabine Lubow

„Tropical Mountains“

Thomas Schwegler und Gisella Iriarte 

Gründungsjahr: 2011
Umstellung auf EU-Bio: 2014
EU-Bio seit: 2016

Landwirtschaftliche Nutzfläche: 50 ha
Angebaute Arabica Sorten: Caturra, Pacamara, Geisha, Catuai, Catimor, 
Grand Colombia und Limani

 

Webseite: www.tropicalmountains.ch


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