Elmira und die „Perlen von Samarkand“

Samarkand | Usbekistan

Wiederentdeckte Schätze der Seidenstrasse 

Elmira stammt aus Usbekistan. Die grosse Liebe hat sie nach Österreich geführt, von wo aus sie sich heute für das Projekt „Perlen von Samarkand“ einsetzt, welches eng mit usbekischen Kleinbauern-Kooperativen zusammenarbeitet. Biofarm hat sich vor Ort selbst ein Bild gemacht: Das Bio-Fair-Trade-Projekt von Elmira und ihrer Familie an der alten Seidenstrasse überzeugt!

Hinter den „Perlen von Samarkand“ steckt Elmiras Herzblut für ihre Heimat und die Idee, die hochwertigen, aromatischen Früchte aus den Kulturen an der alten Seidenstrasse wieder aufleben und neu entdecken zu lassen. Der Betrieb mit seinen Trocknungsanlagen liegt rund 20 km von der Stadt Samarkand entfernt. In dieser Region scheint über 300 Tage im Jahr die Sonne. Im Führungsteam konnten Elmira, ihr Vater und ihre Schwester zusammen mit anderen Personen bereits viel Aufbauarbeit leisten. In der Umgebung haben sich rund 500 Bauernfamilien aus drei Dörfern in drei Kooperativen zusammengeschlossen und bewirtschaften rund 700 Hektaren Land. Usbekistan gehörte zur ehemaligen Sowjetunion und ist heute unabhängig.

Die Bio-Oasen Usbekistans
Die Kleinbauern der drei Kooperativen haben alle auf Biolandbau umgestellt. Damit sind sie die grosse Ausnahme im ganzen Land. Sie leben als Selbstversorger, und was sie nicht selber brauchen, verkaufen sie über ihre Kooperative an die „Perlen von Samarkand“. Mit den Prämien ihrer Fair-Trade-zertifizierten Produkte konnten die Bauernfamilien bereits in eine Wasserbohrung mit Pumpe für sauberes Trinkwasser im Dorf investieren, das Gasnetz reparieren, Schulmöbel für die Volksschule kaufen und ein kleines Dorfgemeindehaus errichten. Ihre Mischkulturen oder geregelten Fruchtfolgen planen sie so, dass während der Hauptsaison der Früchte nicht gleichzeitig zu viel Gemüse wie Tomaten, Peperoni oder Kräuter reif sind. So sorgen sie dafür, die Trocknungsanlagen der „Perlen von Samarkand“ vor der Überlastung zu schonen. Ein Teil der im Betrieb verarbeiteten Früchte stammen aus Wildsammlung, wie zum Beispiel Himbeeren oder auch Aprikosen und Walnüsse, welche die Kleinbauern von Bäumen ernten, die vor etwa hundert Jahren in den nahen Bergen gesetzt und dann für lange Zeit aufgegeben worden waren. 

In der Sonne gereift, mit der Sonne getrocknet
Wer sich von Elmira durch die begehbaren Trocknungsschränke führen lässt, taucht in eine Aromawelt der besonderen Art. Je nach Trocknungsgut duftet es mit sonnenerwärmten 45 Grad einfach nur fantastisch. Getrocknet wird alles in einzigartiger, aromatischer und nährstofferhaltender Rohkostqualität. Damit der köstliche Geschmack der sonnengereiften „Perlen“, wie Erdbeeren, Aprikosen- und Pflaumenhälften, Süsskirschen, Kirschtomaten oder Granatapfelkerne erhalten bleibt, arbeiten rund 200 Menschen in drei Schichten auf dem Betrieb. Sie entsteinen zum Beispiel das frisch angelieferte Kernobst und bereiten alles so auf, dass dem weiteren Verarbeitungsschritt in den Trocknungsschränken nichts mehr im Wege stehen kann. Die neusten Anlagen auf dem Betrieb werden mit Sonnenkollektoren erwärmt. In dieser Sonnenregion bringen sie vielfache Vorteile: Aufgrund der Energieversorgungsprobleme in Usbekistan ist auf konventionelle, teils alte Trocknungsanlagen wenig Verlass, da die nötigen Energieressourcen nicht immer zur Verfügung stehen. Die Solarenergie-Anlage der „Perlen von Samarkand“ funktioniert autonom, was nicht nur Ressourcen schont, sondern auch eine gewisse Unabhängigkeit vom staatlichen Strom- und Gasnetz gewährleistet. Seit Kurzem ist auch ein riesiger unterirdischer Wärmespeicher in Betrieb. Darin wird die auf den Solarpanelen überschüssige Wärme gespeichert und kann in der Nacht zum Trocknen verwendet werden. Somit ist nun auch eine umweltfreundliche Trocknung rund um die Uhr möglich.

Nach der Trocknung werden die Früchte sorgfältig von Hand verlesen, und sie passieren zum Schluss einen Metalldetektor, um Fremdkörper ganz auszuschliessen. Nicht nur Elmira, ihre österreichisch-usbekische Familie sowie alle Mitarbeitenden, auch Biofarm ist überzeugt: Aroma und Geschmack dieser Trockenfrüchte sind echter Genuss - der Name dieser „Perle“ ist echtes Programm.

 

Autorin: Sabine Lubow

„Perlen von Samarkand“

Gründungsjahr des Projektes: 2002

200 Mitarbeitende im Verarbeitungsbetrieb bei Samarkand
3 Kleinbauernkooperativen (ca. 500 Bauernfamilien in 3 Dörfern) 
700 ha bewirtschaftetes Land
Produktion für Biofarm: Erdbeeren, Aprikosen- und Pflaumenhälften,
Süsskirschen, Kirschtomaten, Granatapfelkerne, wilde Mandeln

 


IMPRESSIONEN

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  • Dörrprozess
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  • Trocknungsanlagen
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