Projekt «Happy Hazelnut»

Pasalar | Türkei

Harte Schale, glücklicher Kern

Die Sonne über den Haselnussgärten der türkischen Gemeinde Pasalar scheint etwas anders. Glücklicher. Dafür sorgt „Happy Hazelnut“. Weil dieses Projekt sowohl der Umwelt als auch den Menschen zugutekommt, unterstützt es Biofarm als Fördermitglied.

Im warmen Klima der Mittelmeer- und Schwarzmeerküste gedeihen sie prächtig. Die kleinen Nüsse mit den harten Schalen und dem köstlichen Aroma haben ihr Land längst zum grössten Haselnussexporteur der Welt gemacht. Für die jährliche Ernte Tausender von Tonnen sind die meisten der über 350’000 türkischen Haselnussbauern auf Hilfe angewiesen. Sie erhalten diese von Wanderarbeiterfamilien, die von Ort zu Ort der Arbeit nachziehen. Sie müssen dafür allzu oft schlechte Bedingungen hinnehmen - ohne ein festes Dach über dem Kopf, ohne sanitäre Anlagen. Zur Verbesserung des Einkommens helfen auch die Kinder mit. Das Projekt «Happy Hazelnut» in der Gemeinde Pasalar, im Nordwesten des Landes, will Abhilfe schaffen. An die 75 Bauernfamilien nehmen inzwischen daran teil. Sie bewirtschaften mehrere hundert Hektaren Land mit Haselnussgärten. Biofarm beteiligt sich an diesem Projekt mit dem Ziel, den Anbau sowie die Arbeitsbedingungen und die Lebensqualität der Menschen in diesem Gebiet zu verbessern. Die aus dem Projekt hervorgegangene Stiftung ist ganz darauf ausgerichtet, Haselnüsse aus einer fairen und von den Plantagen bis zu den Kunden transparenten Wertschöpfungskette anzubieten.
 

Fairness vom Anbau bis zum Verkauf
Biofarm ist Vermarktungspartner für die «glücklichen» Nüsse in Bio-Knospe-Qualität aus Pasalar. Nachhaltigkeit hat ihren Preis: Die Genossenschaft aus Kleindietwil BE bietet die türkischen Haselnüsse mit einem Mehrpreis von 22 Rappen an. Davon gehen 18 Rappen direkt an die Bauernfamilien vor Ort; 4 Rappen kommen der gleichnamigen Stiftung zu Gute. Diese konnte bereits wichtige Meilensteine erreichen: Die Plantagen werden nach den Richtlinien von Bio Suisse bewirtschaftet und kontrolliert. Im Gegensatz zu den oft behelfsmässig erstellten Zeltsiedlungen in türkischen Anbaugebieten sind die Familien in einem wohnlichen Gemeinschaftsgebäude mit geeigneten Infrastrukturen untergebracht. Bauern und Erntehelfer erhalten für ihre Arbeit eine faire Entlöhnung. Ausserdem trägt die organisierte Betreuung der Kinder vor Ort dazu bei, Kinderarbeit vorzubeugen und diesem Missstand einen Riegel vorzuschieben.
 

Direkte und transparente Wege
In der Regel liefern die türkischen Bauern ihre Ernte an einen Zwischenhändler, worauf die Ware oft mehrmals die Hand wechselt, bis sie über Nussknacker- und Verarbeitungsbetriebe zu den Exporteuren gelangt und dann erst in den Handel kommt. Diese unzähligen Umwege des türkischen Haselnusshandels hat „Happy Hazelnut“ vereinfacht und abgeschafft. Das Projekt sorgt dafür, dass die Bauern ohne Zwischenhandel und unmittelbar an die von der Stiftung zertifizierten Nussknacker- und Verarbeitungsbetriebe liefern können. Mit der Inbetriebnahme einer neuen Nussknackanlage im Anbaugebiet zum Beispiel wurden bereits wichtige Meilensteine des Projekts erreicht: Ohne lange Transportwege kann das Erntegut direkt vor Ort kontrolliert, geknackt und für den Export aufbereitet werden. Mit „Happy Hazelnut“ sind die knackigen Energiebündel aus der Türkei bis in die Schweiz definitiv auf glücklicherem Weg. Alles, was recht ist – stammen sie doch von einem Baum, der als Symbol für Frieden, Gesundheit und für Glück geradesteht.

 

Autorin: Sabine Lubow

Das Projekt auf einen Blick

  
"Happy Hazelnut"

Gründungsjahr 2014

Hauptziele: Prävention von Kinderarbeit; Verbesserung der Lebensumstände;
faire Löhne; Rückverfolgbarkeitsgarantie; nachhaltige Agrarpraxis.

www.happyhazelnut.ch

 

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