Ein Spitzenreiter, schlank und rank 

Ein einziges Korn, aber was für eins. Seit einigen Jahren ist eine der ältesten Getreidekulturen zurück in der Schweiz. Zwei Biolandwirte bauen auf insgesamt 3,5 Hektaren rund 10 Tonnen für Biofarm Einkorn an. Es ist einzigartiger Spitzenreiter unter den Weizen-Verwandten, trumpft es doch im Vergleich zu Brotweizen zum Beispiel mit deutlich höheren Gehalten an Mineralstoffen und Spurenelementen. Auch sein Anteil an Carotinoiden ist beachtlich, welche aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften als natürliche Schutzmechanismen unserem Organismus Gutes tun.

Auch im biologischen Landbau tut Einkorn Gutes und eignet sich bestens. Wertvoll ist es nicht nur als Lebensraum für bedrohte Tierarten wie Rebhuhn oder Feldhase. Es ist sehr genügsam, mag magere, trockene, sich schnell erwärmende Böden. Starke Düngung bringt dieses bescheidene Getreide zu Fall, da sein Halm im Vergleich zu Emmer oder Dinkel sehr grazil und hoch ist. Denn es trägt nicht wie diese zwei Körner pro Spindelstufe (Fese), sondern ein einziges. Wie bei Emmer und Dinkel bleibt das Korn bis zur Ernte im Spelz, ist also besonders gut vor Umwelteinflüssen geschützt. In der Mühle muss es in einem speziellen Arbeitsschritt vor dem eigentlichen Mahlen entspelzt – oder wie es die Müller nennen: geröllt – werden.

Einkorn wird in der Regel als Wintergetreide angebaut. Die Aussaat erfolgt ähnlich wie beim Weizen von Mitte Oktober bis Mitte November. Doch die Erträge liegen bei diesem alten Getreide weit unter denen des Weizens, entsprechend ist dieses Getreide umso kostbarer. Das für die Biofarm verwendete Saatgut stammt aus der Vermehrung des Saatgutspezialisten Sativa Rheinau ZH. Es gibt allerdings keine eigentlichen Sorten, sondern nur verschiedene Populationen.