Emmer, das genügsame Urgetreide

Emmer ist der Vorfahre von Weizen und Dinkel. Er gehört zu den ältesten Ackerbaukulturen in Europa. Ernährungsphysiologisch weist er einen höheren Protein- und Mineralstoffgehalt auf als Weizen. Auch mehr Eisen, Zink, Magnesium und Calcium hat dieses Getreide zu bieten, das schon vor Tausenden von Jahren die Menschen ernährte.

Dieses Urgetreide ist genügsam und robust. Es eignet sich deshalb gut für den Biolandbau. Zertifiziertes Saatgut seiner alten Landsorten gibt es nicht, und so kehrt in Zusammenarbeit mit dem Biosaatgut-Spezialisten Sativa in Rheinau ZH ein Teil der Ernte aus dem Vertragsanbau wieder in die Erde zurück. 

Emmer bevorzugt sonnige, luftige Standorte mit mittelschweren bis schweren Böden. So bleibt dieses Urgetreide mit den hübschen Ähren und langen Grannen standfest. Emmer kann sowohl im Herbst als auch im Frühling ausgesät werden. Weil er aber hin und wieder unter Auswinterungsschäden leidet – der Bestand ist dann lückig und die Pflanzen gelblich – ist  die Saat im frühen Frühling zu bevorzugen.

Emmer braucht nur eine geringe Düngung und wächst gemächlich, weshalb ihm das schnellere Unkraut zu schaffen machen kann. Sein Korn bleibt auch bei der Ernte im August im Spelz, wie dies auch bei Dinkel und Einkorn der Fall ist. In der Spelzhülle, den sogenannten Fesen, sind die Körner gut vor Umwelteinflüssen geschützt. In der Mühle werden diese Fesen vor dem Mahlen geröllt, das heisst, die Körner werden aus den Spelzen geschält.

 

Lediglich zwei Biobauernfamilien bauen dieses Urgetreide für Biofarm an. Sie ernten 8 bis 9 Tonnen pro Jahr. Davon kommt rund eine Tonne unter der Marke Biofarm in Form von Kernen, Brotmehl, Ruchmehl, Emmerotto oder Tagliatelle in den Handel. Den Rest kaufen Mühlen gerne ab, denn Emmer ist auch bei ihnen sehr beliebt.