Hirse, sonniges Getreide der Superlative

Ihr hoher Gehalt an Kieselsäure ist gesund für Haut, Haare und Nägel. Und Hirse weist einen hohen Gehalt auf an Vitaminen A, B1, B2 und E, aber auch an pflanzlichem Eisen (interessant für Veganer) Fluor und Silizium. Auch wer Gluten schlecht verträgt, schätzt diese alte Ackerfrucht besonders.

Bis Anfang 19.Jh. hatte die Ripsenhirse ihren festen Platz auf Schweizer Äckern. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft musste sie ertragsstärkeren Kulturen das Feld räumen. Biofarm hat dieses wertvolle Getreide zusammen mit Bauernfamilien und Forschern wieder eingeführt.

Hirse ist nicht mit anderen Getreidearten verwandt und als Sommerfrucht ideal für die Auflockerung der Fruchtfolge. Wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge, stellt sie bescheidene Ansprüche. Auch Trockenheit erträgt sie gut und fühlt sich wohl auf den leichten bis mittelschweren Böden des Mittellandes oder an bevorzugten Lagen im Hügelgebiet.

100 Tage dauert die Vegetationszeit – ein weiterer Vorteil. Die Aussaat erfolgt ab der zweiten Maihälfte. Die Körnchen dürfen nicht zu tief in den gut vorbereiteten Boden gesät werden. Dies ist ein zusätzlicher Erfolgsfaktor im Konkurrenzkampf gegenüber dem Unkraut. So gedeiht die Hirse ohne grossen Arbeitsaufwand bis zur Ernte im September. Dann beginnt eine anspruchsvolle Phase: Die Einstellung der Dreschmaschine ist entscheidend, denn die ca. ein Meter hohen Stängel bleiben grün und die Körner klein. Weil die grünen Stängel zu höherer Feuchtigkeit des Ernteguts führen als dies bei anderem Getreide der Fall ist, muss die Ernte für die nächsten Arbeitsschritte unverzüglich in die Sammelstelle zur Trocknung.

Braun oder Gold? Die ungeschälte Braunhirse wird gereinigt und durch das Entfernen ihrer harten Schale zur Goldhirse. Die Goldhirse-Körner können nun auch zu Flocken oder Griess weiterverarbeitet werden. Die Ausbeute an verkaufsfertiger, geschälter Goldhirse liegt bei 50 - 60%. Wer die Hirse möglichst vollwertig, also mit der Kieselsäure-reichen Schale geniessen will, soll das Braunhirse-Vollmehl wählen. Die ganzen, ungeschälten Hirsekörner werden hierzu in einer Zentrofanmühle in einem langsamen, schonenden Prozess zu einem sehr feinen Mehl gemahlen.