Familie Markus und Brigitta Huber
Sulzbach | ZH

Das Glück auf Erden mit Bio und mit Pferden

Auf dem lauschig gelegenen „Waldhof“ von Hubers spielt Wald eine angemessene, aber keineswegs die Hauptrolle. Oberhalb Uster im Zürcher Oberland war Markus Huber einer der ersten, die mit dem Anbau von Hirse und Lein für Biofarm begonnen haben. Neben alten Ackerkulturen gehört die gemeinsame Liebe der Biobauernfamilie den Menschen und den Tieren und ganz besonders den Pferden.

   

Seit 1976 ist Markus Huber Landwirt. Der geborene „Allrounder und Selbermacher“ aus einer Agronomen-Familie hatte sich nach der Matura nicht zum Agronomie-Studium, sondern zum Primarlehrerberuf entschlossen. Am Oberseminar in Zürich lernte er dann zwar seine zukünftige Frau Brigitta kennen, „aber wenn ich im Klassenzimmer vor den Kindern stehend durchs Fenster die Bauern an der Arbeit sah, war mein Herz dort draussen“,  erzählt er. Markus Huber liess sein Herz sprechen - sowohl für Brigitta als auch für die Landwirtschaft. Die Jahre nach dem Hofkauf waren für das junge Paar geprägt von harter Arbeit und grossen finanziellen Hürden. Durch die laufende Melioration (Güterzusammenlegung) in der Gemeinde Uster ergab sich eine neue Landzuteilung. Ein bestehender Stall konnte dadurch neu eingerichtet und 1986 ein neues Zuhause bezogen werden. Über Hof, Stall und Äcker hinaus engagierte sich das Paar immer wieder mit hohem Einsatz für Belange der Landwirtschaft: Brigitta mit der Ausbildung bäuerlich-hauswirtschaftlicher Lehrtöchter, der Schulpflege oder als Pionierin mit dem Aufbau des Angebots „Schule auf dem Bauernhof“ (SchuB) und Markus, neben zahlreichen anderen Funktionen, als SchuB-Präsident Schweiz.

1996 erfolgte die Umstellung auf Bio. Es war ein logischer Schritt: „Schon als junger Bauer war ich überzeugt, doch fehlten uns in den schweren Anfängen die Reserven; im Bioackerbau sind mit extremen Naturphänomenen und Ernteschwankungen die Risiken grösser“, räumt Markus ein. Nach den ersten zehn Jahren Bio hatte er Bilanz gezogen, und die war nicht nur punkto Bodenproben überzeugend: „Wir striegeln unsere Äcker, wenn die Kultur es erträgt so früh und so sorgfältig wie möglich, wir bilden uns viel weiter, verzichten immer wieder auf Ferien, wir wirken dem zunehmenden Wettlauf gegen die Natur entgegen,“ fasst er zusammen. Obwohl ihn der einschneidende Ausstieg aus der Milchwirtschaft  und der Verlust der 25 Kühe noch stets schmerzen, schätzt sich Markus Huber glücklich, Biolandbau zu betreiben. Und auch wenn die muhenden nicht mit den wiehernden Vierbeinern vergleichbar sind: Der überzeugte Biobauer findet als Reitlehrer neben dem Glück auf seinem prächtigen Wies- und Ackerland - bewachsen mit Hirse, Sommerhafer, Winterweizen, Dinkel, Lein, Rotklee oder Luzerne - immer wieder das Glück auf Erden auf dem Rücken der Pferde… ganz wie seine für pädagogisches Reiten geschulte Frau Brigitta, wie die inzwischen erwachsenen Kinder Andrea und Mario (beide ebenfalls dem Lehrberuf verbunden). Nicht zu vergessen die zahlreichen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die auf dem „Waldhof“ bei Hubers mit den vielseitigen und zuverlässigen Islandpferden zum Beispiel nicht nur in die Reit-, sondern auch in ein gutes Stück Lebensschule gehen dürfen.

 

Autorin: Sabine Lubow

Menschen, Tiere und Hof auf einen Blick

 

Markus (1954) und Brigitta (1954) Huber
mit Andrea (1986) und Mario (1989)
Teilzeitmitarbeitende Markus Lüber und Dani Hug 
Praktikant Samuel Ruepp

Ackerbaubetrieb mit Pferdepension und pädagogischem Reiten


Bio-Knospe seit 1998
Betriebsaufnahme: 1980


Betriebsfläche ca. 23 ha 
Hirse (Anbau für Biofarm) ca 1.3 ha
Lein (Anbau für Biofarm)   ca 1.3 ha
Dinkel ca 1.3 ha
Weizen ca 1.3 ha
Hafer ca 1.3 ha 
Triticale ca 1.3 ha
Kunstwiese (Klee/Lucerne)    ca 2.6 ha
Naturwiese ca. 7.5 ha
Isalndpferde 10
Grosspferde  6

  
Webseite
www.waldhof-sulzbach.ch/index.htm

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