Bauchiger Kerl, bescheiden und grosszügig

Aus Mittel- und Südamerika stammt ursprünglich der Kürbis. Kein Wunder, fühlt er sich auch in hiesigen Regionen mit sandig-lehmigen Böden, genügend Sonne, Feuchtigkeit und Wärme wohl. Trockenes Wetter kann ihm kaum etwas anhaben, und auch mit wenigen Nährstoffen kommt er zurecht. Gerade für Bio-Ackerbaubetriebe ist das ein Vorteil, da eigener Hofdünger meist nur in beschränktem Mass vorhanden ist.

Kürbisse haben eine spezielle Eigenart: Wie ein Magnet ziehen sie chlorierte Kohlenwasserstoffe aus dem Boden. Diese Insektizide (wie DDT) sind zwar seit Ende der 1970er Jahre verboten, deren Rückstände sind aber bis heute nicht vollständig abgebaut. Darum muss jeder Posten Kürbiskerne untersucht werden. Nur wenn die Kerne einwandfrei sind – was glücklicherweise meistens der Fall ist – dürfen sie mit der Bio-Knospe ausgezeichnet werden.
Dieses Thema macht die langfristigen Folgeschäden von Landwirtschaft mit Chemie-Einsatz deutlich und zeigt, dass Biolandbau nachhaltig auch den Weg für künftige Generationen geht.

Die in der Schweiz verwendeten Sorten und das Saatgut von Ölkürbissen stammen aus der Steiermark. Die Kerne bergen viele wertvolle Inhaltstoffe wie Selen, Vitamin A und E oder auch Linolsäure. Mit ihrem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren geben sie dem Öl eine antioxidative, cholesterinsenkende Wirkung. Die bauchigen Kerne werden nach der Ernte gereinigt und sortiert. In der Ölmühle werden sie gemahlen und zu einer Art Paste geknetet. Diese Paste wird nach sorgfältiger alter Handwerkstradition geröstet und in die Pressform gefüllt. Diese Form wird in die Ölpresse gelegt und mit der Pressung rinnt das noch warme, köstlich aromatische Öl aus der Stahlwanne.