Dinkel – der mit den langen Halmen und eleganten Ähren

Nicht nur Menschen mit Weizenallergien schätzen ihn für seine wertvollen Inhaltstoffe und seine Bekömmlichkeit. Das macht den Dinkel zum wichtigsten „alternativen“ Brotgetreide. Rund 130 Biobauernfamilien bauen ihn für die Biofarm an.

Speziell Biobauern schätzen dieses auch ästhetisch anmutige Getreide aus verschiedenen Gründen: Dinkel stellt bescheidene Ansprüche an den Boden und gedeiht auch bestens im für Getreide sonst weniger geeigneten Klima des voralpinen Hügelgebiets wie z. B. im Emmental. Kein anderes Getreide erträgt so gut wie er eine späte Aussaat. Bis in den Dezember hinein ist sie möglich, was bei nassem Herbst ein Segen ist. Besonders für den Biolandbau bietet sein rasches und hohes Wachstum den Vorteil, dass er im Frühling bald die Oberhand gewinnt, sich gut gegen andere Pflanzen durchsetzt und auf natürliche Art das Unkraut unterdrückt. Wegen dieser Qualitäten schätzen ihn auch die Biobauern der besseren Getreide-Anbaugebiete.

Dinkel ist oft später reif als andere Getreidesorten - in einem „normalen“ Jahr gegen Mitte August. Im Vergleich zum Weizen sind seine Erträge deutlich tiefer. Und während beim Weizen nur die Körner geerntet werden, sind es beim Dinkel die sogenannten „Fesen“. Das sind die kleinen Spelzenteile der Ähren, in denen sich meist zwei Körner befinden. Die „Fesen“ werden erst  „geröllt“, das heisst die Körner müssen von den Spelzen getrennt werden, bevor sie anschliessend zu feinem Mehl gemahlen werden können.

Die Geschichte des Dinkels ist übrigens etwas anders als man gemeinhin annimmt – Dinkel wird ja oft als Urgetreide angeboten. Aufgrund archäologischer Funde muss man davon ausgehen, dass er etwa seit 8’000 Jahren, Weizen aber bereits seit 9'000 Jahren kultiviert wird.

Biofarm unterstützt die wichtige Arbeit der biodynamischen Getreidezüchtung Peter Kunz (GZPK) in Feldbach ZH. Die ZüchterInnen dort versuchen nicht bloss, ertragsstärkere Dinkelsorten auszulesen. Sie selektionieren ihre Dinkelpflanzen auch hinsichtlich der Standfestigkeit und besserer Widerstandskraft gegenüber Gelbrost, einer Krankheit, welche den ‚Urdinkel’-Sorten schwer zu schaffen macht.

Nicht für jeden Betrieb ist aber die gleiche Dinkelsorte gut. Biofarm überlässt darum den Bauern die Wahl zwischen Urdinkelsorten und den Sorten der GZPK.